Manche Handwerker, die man sich in die Wohnung ruft, bieten an, die Summe, die man ihnen nach Beendigung der Arbeiten schuldig ist, nur zum Teil oder gar nicht mit einer offiziellen Rechnung zu begleichen. Dies ist der Versuch, Schwarzgeld einzunehmen. Nun mag es für manchen im ersten Moment günstiger zu erscheinen, die Kosten für die Steuer, immerhin 19 Prozent, einzusparen. Man bezahlt für das Material, die Arbeitsstunden, aber das Geld, das der Handwerker an das Finanzamt zu übergeben hätte, bekommt man „erlassen“.

Die Annahme, hier zu sparen, ist nichts anderes, als ein Trugschluss. Wer keine Rechnung hat, bekommt große Schwierigkeiten, wenn eine Nachbesserung erforderlich wäre, oder ein Garantiefall auftritt. Da ist man rein auf den guten Willen des Handwerkers angewiesen, wenn man ihn bittet, noch einmal in die Wohnung zu kommen, um die Mankos zu beseitigen. Streitet er seinen Fehler ab, hat man Pech. Nicht einmal einen Rechtsanwalt einschalten kann der Auftraggeber, denn er hat keinen Nachweis, dass die Arbeit überhaupt vom beschuldigten Unternehmen ausgeführt wurde. Der Handwerker hat sein Geld, der Auftraggeber bleibt auf Reklamationen und Schäden sitzen.

Auch steuerlich hat das für den Besitzer oder Mieter einer Wohnung durchaus Nachteile. Zumindest die Arbeitszeit kann nämlich steuerlich geltend gemacht werden, ganz gleich, ob man nun Eigentümer oder Mieter ist. Dies funktioniert aber nur, wenn eine ordentliche Rechnung ausgestellt und vom Auftraggeber der Betrag unbar, also in Form einer Überweisung beglichen wurde. Schwarzarbeit hat nirgends etwas zu suchen, weder auf einer Baustelle, noch bei Arbeiten in einer Wohnung. Die ehrlichen Steuerzahler betrügt man nicht!