Die Zwangsräumung einer Wohnung ist für alle Beteiligten ein Desaster. Der Vermieter will sein Recht, die Mieter sind am Boden zerstört, und auch der Gerichtsvollzieher, der die Räumung überhat, hat keine leichte Aufgabe zu bewältigen. Der häufigste Grund für eine Zwangsräumung sind Mietschulden, die sich aus finanzieller Not angehäuft haben. Dass der Vermieter der Wohnung dies nicht stillschweigend tolerieren kann, ist klar. Für die Mieter, die ihr Heim verlieren, ist die ganze Sache nichts als ein Debakel. Zukunftsangst, das fehlende Geld für einen Umzug, das Problem, keine neue Wohnung zu finden, all dies spielt zusammen.

Weinende Mieter, verschreckt um sich blickende Kinder, ein verzweifeltes Elternpaar: All diese Sachen muss ein Gerichtsvollzieher, aber auch der Vermieter mit ansehen, wenn die Räumungsklage in die Tat umgesetzt wird. Alle Möbel werden aus der Wohnung gebracht, alle Habseligkeiten folgen auf der Stelle. Möbelpacker erledigen den Auftrag binnen weniger Stunden. Können die Mieter keine neue Wohnung aufweisen, wird der Besitz eingelagert. Allerdings ist fraglich, ob sie wieder ausgelöst werden können, denn dazu müssen erst alle Kosten bezahlt werden, die durch die Räumung entstehen.

Bei allem Elend, was die Situation vor Ort in der Wohnung mitbringt, kann der Vermieter dennoch nicht auf sein Geld verzichten, oder die Mieter aus Gutmütigkeit einfach kostenlos wohnen lassen. Eine gewisse Gnadenfrist räumen die meisten Vermieter ein, doch dann muss wieder eine Mietzahlung erfolgen. Es dauert Monate, bis eine Räumungsklage durchgesetzt werden kann, und kein Mensch auf der Welt muss hier Willkür befürchten. Hilfe in Notlagen bekommt man vom Staat, allerdings muss man Rückgrat beweisen, um die missliche Lage zuzugeben und sich helfen zu lassen.